Mio 3 - Vollständiges Menü

#22 - Vegetarisch - Velbert, Pizza, Pasta

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pamela-bader
11.08.2023

Früher galt in Wuppertal die Herzogstraße nach der Wallstraße als zweitbeste Einkaufsstraße. Doch dann kam der Onlinehandel als „Killer“ dazu: Geschäft für Geschäft musste schließen, der Sensenmann des Online-Shoppings löschte den stationären Handel nach und nach aus. Die Folge waren erst unansehnliche Leerstände, die aber nicht lange anhielten. Stück für Stück eroberte die Systemgastronomie die Straße, Laden für Laden. Heute reiht sich auf geschätzten 400 Metern entlang der Herzogstraße ein Betrieb neben dem anderen: L’Osteria, Franziskaner (in Vorbereitung), Food Brother, Sausalitos, Hans im Glück, Bar Celona, Donatella und jenseits der Systemgastronomie das Mio3 und das Scoozi. Vapiano fehlt? Richtig, das ist etwa 100 Meter weiter, dort haben sich weitere Gastronomieketten angesiedelt. Seit kurzem gesellen sich türkische und südostasiatische Systemgastronomien dazu. Mittlerweile liegt der Anteil der Systemgastronomie in Deutschland bei etwa 35 bis 40 Prozent des gesamten Gastro-Marktes; der Trend wächst weiter. In Ländern wie Großbritannien sind es bereits fast 70 Prozent. Allerdings muss man anerkennen, dass sich die Qualität der angebotenen Produkte in Deutschland deutlich verbessert hat. Die „bessere“ Systemgastronomie setzt zunehmend auf Convenience-Produkte, serviert aber auch frisch zubereitete Speisen. Mitten in der Kette der großen Player stechen zwei unabhängige Betriebe hervor: das Mio3 und das Scoozi. Bevor ich näher auf das Mio3 eingehe, eine amüsante Erfahrung in einem anderen Systemgastronomiebetrieb: An einem Samstag war ich mit der Hasimausi unterwegs, nach rund 1,5 Stunden Shopping waren wir hungrig und durstig. Wir entschieden uns für eine dieser Ketten, an deren Tischen bunte Karten für Frühstück, Cocktails, Happy Hour, Getränke sowie Pizza und Pasta zwischen Plastikflaschen mit Mayonnaise und Ketchup standen – die Atmosphäre wirkte wenig einladend. Die Kellnerin, eine Kommunikationsstudentin im ersten Semester, die ich hier einfach „Laura“ nenne, war zwar freundlich, aber sehr unerfahren und konfus. Nach meiner Bestellung von Weizenbier und der Frage nach der Biersorte gelang ihr keine klare Antwort, stattdessen verschwand sie mehrfach, um dann fröhlich zurückzukommen und sich für vorher gemachte Angaben zu entschuldigen. Das Weizen kam schnell, doch die zweite Kellnerin, „Lena“, eine Studentin der Sozialpädagogik im zehnten Semester, brachte die Getränke mangelhaft: Erst ein Glas, dann das Bier für Hasimausi, das sie einfach ohne Blick auf das leere Glas neben mir abstellte. Auf Nachfragen reagierte sie kaum, was für eine angehende Pädagogin wenig professionell wirkte. Wir bezahlten und gingen, da auch an anderen Tischen Unzufriedenheit zu hören war. Die beiden machten einen unkoordinierten Eindruck – bei weitem nicht präsent genug für einen professionellen Gastro-Betrieb. Hier muss das System unbedingt verbessert werden. Kommen wir zum Mio3: Vor etwa vier Jahren war ich mit einem Kollegen dort – damals war meine Einschätzung noch etwas zwiegespalten. Doch die Zeiten haben sich geändert. Seit rund zwei Jahren besuchen wir das Mio3 fast regelmäßig, meist samstags zum Bummeln, Ausklang oder nach dem Einkaufen – bei einem Bier (oder auch mehr), Wein, Salat, frischer Pasta oder einem Burger. Vieles hat sich zum Positiven gewandelt. Die offene Küche ist ein echtes Highlight, denn hier wird alles frisch vor den Gästen zubereitet. Die Eigentümerfamilie aus Griechenland bietet authentisch handgemachte italienische Küche, ganz ohne Fleischberge, sondern eine leichte mediterrane Küche ohne große kulinarische Versprechen. Im Service arbeiten der Juniorchef, ein weiterer Kellner sowie zwei Kräfte hinter Theke und Küche. Die beiden sind quasi rund um die Uhr präsent, haben den Blick für leere Gläser und erfüllen die Wünsche der Gäste zuverlässig. Das Essen ist zwar keine Offenbarung, aber solide und überzeugend. Das Ambiente besticht durch Stil und Flair. Hier geht man abends nicht nur zum schnellen Essen hin, sondern erlebt Leben – auch auf der schönen Biergartenterrasse. Große, fest installierte Sonnenschirme mit Beleuchtung, Heizstrahlern und Lautsprechern sorgen für angenehme Stimmung, darunter läuft dezente trendige Musik. Zusammen mit alten Bäumen und großen Pflanzgefäßen mit Palmen und südlichen Pflanzen entsteht ein mediterranes Flair. An einem Samstagnachmittag fühlen wir uns hier oft wohl; unser Favorit sind die Flammkuchen. Fazit: Das Mio3 eignet sich hervorragend zum Frühstück, für einen gemütlichen Plausch mit Freunden, für kleine Speisen und Getränke in angenehmer Atmosphäre. Sollte ich allerdings Laura und Lena dem verantwortlichen Seniorchef (und Junior Timo Konstantinos) vorstellen, wären die beiden nach drei Stunden Einarbeitung wohl nicht mehr Teil des Teams.

witt-burkhard
11.08.2023

Früher galt in Wuppertal die Herzogstraße, nach der Wallstraße, als die zweitbeste Einkaufsstraße. Doch dann kam der Online-Handel und machte vielen Geschäften das Leben schwer. Stück für Stück verdrängte der Online-Handel den stationären Handel. Zunächst entstanden unschöne Leerstände, die aber nicht lange anhielten. Nach und nach übernahmen Gastronomieketten die Läden. Heute findet man auf geschätzten 400 Metern der Herzogstraße zahlreiche Kettenrestaurants fast Tür an Tür: L’Osteria, Franziskaner (im Aufbau), Food Brother, Sausalitos, Hans im Glück, Bar Celona, Donatella und darüber hinaus Mio3 und Scoozi – zwei erfolgreiche unabhängige Betriebe. Vapiano fehlt? Ist zwar nicht auf dieser Straße, aber nur 100 Meter weiter, wo weitere Gastroketten angesiedelt sind. Seit Kurzem gesellen sich auch türkische und südostasiatische Gastronomiekonzepte hinzu. Die Systemgastronomie hat in Deutschland mittlerweile einen Marktanteil von 35 bis 40 Prozent am Gesamtvolumen, Tendenz steigend. In Großbritannien liegt der Anteil bereits bei etwa 70 Prozent. Dabei muss man zugeben, dass die Qualität der angebotenen Speisen hierzulande deutlich besser geworden ist. Die besseren Ketten setzen mehr und mehr auf frisch zubereitete Gerichte anstelle von Convenience-Produkten. Zwischen all den Ketten sind vor allem zwei unabhängig geführte Betriebe besonders erfolgreich: Mio3 und Scoozi. Eine amüsante Erfahrung möchte ich vorweg schildern, die ich in einem System-Restaurant gemacht habe: An einem Samstag war ich mit meiner Begleitung unterwegs, hungrig und durstig. Am Tisch stand ein Rahmen mit fünf oder mehr Karten – Frühstücks-, Cocktail-, Happy-Hour- und Getränkekarten sowie eine Pizza- und Pastakarte. Ergänzt durch Plastikflaschen mit Mayonnaise und Ketchup – Ambiente zum Vergessen. Die Bedienung wirkte wie eine Kommunikationswissenschafts-Studentin im ersten Semester, nennen wir sie Laura. Die Szene: „Willst du was trinken?“ – „Nein, wir wollen nur kurz sitzen und nichts trinken.“ Da meine Begleitung das nicht mochte, bestellte ich doch ein Weizen – „Pils und Kölsch haben wir.“ – „Welches Kölsch?“ – „Äh, früh Kölsch, oder nee, ein anderes, ich hab den Namen vergessen...“ Laura verschwand für fünf Minuten, kam fröhlich zurück: „Doch, wir haben früh Kölsch.“ Die Getränke waren schnell weg, das Lokal zu halb voll. Nach 10 bis 15 Minuten kam eine weitere Bedienung, nennen wir sie Lena, eine Studentin der Sozialpädagogik im 10. Semester, gekleidet in Öko-Klamotten. Sie stellte ein Krümelglas ohne Bier ab und verschwand. Nach ein paar Minuten brachte sie schließlich das Weizen für meine Begleitung, stellte es neben mein inzwischen leeres Kölschglas – ohne zu merken, dass mein Getränk schon leer war. Ein geübtes Auge hätte den nächsten Getränkewunsch erwartet, doch Lena war darin offensichtlich ungeübt und reagierte auch nicht auf Zurufe. Wir zahlten und gingen, zumal wir auch von anderen Gästen Beschwerden hörten. Laura und Lena wirkten im Service unkoordiniert. Das System in dieser Gastronomie muss dringend verbessert werden. Kommen wir nun zum Mio3. Vor etwa vier Jahren war ich mit einem Kollegen schon einmal dort, meine damalige Bewertung war zwiespältig. Die Zeiten haben sich geändert. Seit rund zwei Jahren besuchen wir das Mio3 fast regelmäßig, meist samstags nach dem Bummeln oder einer Sightseeing-Tour. Wir trinken ein Bier oder zwei, ein Glas Wein, essen Salat, frische Pasta oder einen Burger. Vieles hat sich positiv entwickelt. Die offene Küche ist sichtbar, hier wird alles frisch vor den Gästen zubereitet. Die griechische Eigentümerfamilie bietet handwerklich gefertigte italienische Küche – zum Glück keine Berge von Fleisch wie in der griechischen Küche. Stattdessen leichte mediterrane Gerichte ohne große kulinarische Versprechungen. Im Service arbeiten der Juniorchef, ein weiterer Kellner sowie zwei Mitarbeiter hinter Tresen und Küche. Die beiden Herren sind ständig präsent und arbeiten offensichtlich lange Tage, verbringen den Rest der Zeit erkennbar im Fitnessstudio. Sie haben immer ein Auge für leere Gläser und erfüllen selbst ungewöhnliche Gästewünsche. Das Essen ist zwar keine Offenbarung, aber solide gut. Das Ambiente besticht durch Stil und Flair. Hier isst man nicht einfach so in Ruhe, hier herrscht Leben, auch auf der schönen Biergarten-Terrasse. Große feste Sonnenschirme mit Licht, Heizstrahlern und Lautsprechern, aus denen unaufdringliche Trendmusik erklingt, sorgen für Atmosphäre. Alte stattliche Bäume und große Pflanzgefäße mit Palmen und anderen südeuropäischen Pflanzen runden das Bild ab. Samstags sind wir gerne hier, unsere Favoriten sind die Flammkuchen. Fazit: Zum Frühstücken, zum gemütlichen Zusammensitzen mit Freunden, für einen kleinen Umtrunk oder zum Essen in angenehmer Atmosphäre ist das Mio3 bestens geeignet. Wenn ich jedoch Laura und Lena den Senioren des Hauses (und natürlich Junior Timo Konstantinos) vorstellen würde, wären sie nach drei Stunden Einarbeitung wohl wieder in der Kette.

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