Reservierung - Justus Bremen
Reservierungsanfrage für Justus Bremen
Bei Ihrer Reservierung im Justus Bremen empfehlen wir, eventuelle Extras (z. B. Beilagen wie Pommes) direkt zu vermerken und bei speziellen Wünschen auf Klarheit zu achten. Wenn Sie Ruhe bevorzugen, nennen Sie das bitte – die Lautstärke kann abends variieren. Für Terrassenplätze oder größere Feiern ist eine frühzeitige Buchung ratsam.
Bitte beachte: Speisekarte reicht Deine Reservierungsanfrage nur an Justus Bremen weiter. Daher handelt es sich hierbei noch nicht um eine bestätigte Reservierung. Das Restaurant muss Deine Anfrage bestätigen, in diesem Fall erhältst Du eine entsprechende Mail.
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Justus Bremen sieht Deine Reservierungsanfrage wahrscheinlich nicht
Justus Bremen hat Deine Reservierungsanfrage wahrscheinlich erhalten, hat aber in der Vergangenheit selten darauf reagiert. Bitte rufe sicherheitshalber +4942183062820 an und frage, ob sie die Reservierungsanfrage von Speisekarte erhalten haben. Damit hilfst Du auch Deinen Mitmenschen, die somit zukünftig einfach über unser Formular reservieren können. Danke, für deine Hilfe!
Justus Bremen
FAQ
Bewertungen
Ende des Sommers erschienen erstmals Berichte im Weser-Kurier unter dem Titel „Neueröffnung Justus“, das als „urban interpretierte Italo-Alpen-Küche in warmem, rustikalem Ambiente“ beworben wurde. Obwohl ich mich von Schlagwörtern oder „Mission Statements“ selten beeindrucken lasse, weckte die Küche mit alpinem Einfluss mein Interesse, zumal wir hier in Bremen nur wenige Anlaufstellen für die Alpen-Küche haben – neben dem bereits auf dieser Plattform besprochenen Südtiroler Stuba. Früher begann man hier mit Zigarettenmarken wie „Lux“ oder „Builder“, Knackis, wohnungslosen Suchpatienten sowie linken Studenten, die den legendären „Black Krausen“ für sich hatten. Das damals noch in Bremen-Woltmershausen gelegene Brinkmannsche Tabakfabrik-Gelände ist heute vollständig neu entwickelt, Gastronomie in alten Fabrikgebäuden ist mittlerweile kein Problem mehr. Namensgeber des Quartiers ist Justus Brutto, ein großer Immobilienpartner, der das Tabakviertel entwickelt. Das Projekt wirkt mutig, da Woltmershausen am Stadtrand liegt und kaum Laufpublikum zu erwarten ist. Doch nebenan locken ein Boulevardtheater und ein Hotel, die dem Viertel auch für Restaurantbesucher Attraktivität verleihen. Am 4. Adventssonntag war das Justus sehr gut besucht, überwiegend älteres Publikum, hippe Gäste traten eher in den Hintergrund. Die altbekannte Musik passte gut zum Publikum. Beim Eintreffen spielte „Venus“ von Shocking Blue. Die Speisekarte und eine Bildergalerie finden sich auf justus-bremen.de. Das Restaurant eröffnete am 15.10.2021 und wird von der Q Gastro Events GmbH betrieben, die bereits mehrere andere Gastronomien führt. Die Investition ist hoch, was sich auch im Preisniveau widerspiegelt. Der Service litt etwas unter Personalengpässen, was angesichts der Lage am „jwd“ (janz weit draußen) nicht verwunderlich ist – für junge Menschen ohne Auto sicher nicht ideal. Dennoch fanden sich zahlreiche junge, erfahrene Servicekräfte mit schwarzen Poloshirts und großem Q-Logo auf dem Rücken. Besonders sympathisch war „Alexander“, der uns nach dem Platznehmen schnell vorstellte und betreute. Er brachte uns auch eine kleine Karte mit unserem Namen zum Tisch. Der Service insgesamt war freundlich und aufmerksam, mit nur kleinen Schwächen, sodass ich hier eine 4+ vergeben möchte. Auch die Möglichkeit, die Hauptgänge individuell nach unseren Vorspeisen zu wählen, fand ich sehr angenehm. Die Getränkepreise spiegeln die Notwendigkeit der Amortisation gut wider: 0,75 l Mineralwasser kosten stolze 7,00 €, ein kleines Jever (0,2 l) 2,50 €. Die offene Weinauswahl umfasst zehn Weine, beginnend bei 5,70 € für den Hauswein bis hin zu 10,50 € für die Spitzenposition. Aus dem umfangreichen Spirituosenangebot empfehle ich den „Hahnnnnnnnnhof“ vom Hof der Relieve, der im Justus ausgeschenkt wird. Unsere Tischnachbarn bestellten ein Rouladen-Gericht mit Brotchips, das sehr gut ankam. Die Karte bietet klassische italienische Gerichte und bekannte Spezialitäten wie Tatar, gebeizten Lachs oder karamellisierten Ziegenkäse. Bei den Pizzen und Hauptgerichten dominieren deftige Tiroler Einflüsse neben Klassikern wie Rouladen, Wildgulasch, Buil, Gänseschmalz oder Ochsenbacke. Pasta und Grillgerichte runden das Angebot ab. Vegetarische oder vegane Gerichte sind als Zubereitungsvarianten vorhanden, fallen aber selten ins Gewicht. Insgesamt eine gut abgestimmte Karte, die für jeden etwas bietet. Wir wählten als Vorspeisen Bruschetta (8,90 €), gebeizten Lachs (11,90 €), Carpaccio von der Roten Beete mit Ziegenkäse (11,50 €) sowie in schlichter Manier die Flöhe-Suppe (6,90 €). Letztere basierte auf einer kräftigen, fettfreien Rinderbrühe mit großzügigem Einsatz von Eierkuchenstreifen, wurde leider nicht heiß serviert, was ich beim Bestellen angemerkt hatte. Die übrigen Vorspeisen gefielen sehr gut, auch die Salatbeilagen waren gelungen. Die Bruschetta kam auf einem Pizzateig als Boden daher. Ich durfte nur ein Stück vom karamellisierten Ziegenkäse probieren, das mit dünnen roten-Bete-Scheiben kombiniert war – eine gelungene Variante. Der Ziegenkäse übertraf alles, was ich zuvor unter Thymian-Honig o.ä. probiert hatte. Bei idealer Temperatur gäbe es hier 4,5 Sterne, der Mangel beim Suppenservieren zieht die Bewertung auf solide vier Sterne. Zu den Hauptgerichten gehörten Grünkohl (15,90 €), Pizza Ruccola-Serrano (13,90 €), zwei prall gefüllte Knödel (14,90 €) und mein Backhendl (17,90 €). Letzteres wurde in zwei dicken Pfannen serviert, mit Apfelkraut und dünn gebratenen Kartoffelscheiben. Die knusprige Panade umschloss saftiges Fleisch, das mit einem Spritzer Zitrone hervorragend schmeckte. Auch die klassischen Pommes waren gelungen. Das kleine Hähnchenklauenstück hätte man weglassen können, die zwei Dips wirkten als Mayo und Ketchup etwas lieblos. Die Spinatknödel harmonierten sehr gut mit der Käse-Sahnesoße, deren letzte Reste ich mit einem Stück Brots abstreifen durfte. Der Rote-Bete-Knödel war allerdings eher langweilig, ähnlich wie die Spinatknödel im Südtiroler Stubb’n. Der Grünkohl wurde in reichlicher Portion mit Kassler, Bremer Pinkel (fettige, geräucherte Grützwurst), Siedewurst und Bratkartoffeln serviert. Die Bratkartoffeln könnten etwas frischer sein, ansonsten bestand Zufriedenheit. Auch die Pizza konnte überzeugen, wobei eine fertige Pizzabasis mit Schinken, Rucola und Parmesan belegt wurde – für mich nicht das klassische Pizzaerlebnis, meinem Begleiter hat es jedoch sehr gefallen. Insgesamt waren wir mit den Hauptgerichten zufrieden, auch wenn ein „Aha“-Effekt fehlte. Daher vergebe ich der Küche vier Sterne. Die Tische sind mit guten Salz- und Pfeffermühlen ausgestattet. Das Ambiente des Justus befindet sich in zweiter Reihe auf dem großen Fabrikgelände. Direkt nebenan steht das Heizwerk mit dem markanten Schornstein, der als Orientierung dient. Vor dem Justus-Gebäude wurde eine Tiefgarage gebaut, sodass Gäste bequem direkt vor Ort parken können. Der Eingang liegt unter einem breiten, freistehenden Vordach, das eine großzügige Terrasse vor Wind und Wetter schützt. Das Restaurant selbst ist schmal und langgezogen, im hinteren Bereich ohne Tageslicht. Es gibt viele originelle Leuchten, deren Lichtintensität aber recht schwach ist – für meinen Geschmack zu dunkel. Anders als in der Stiererei von Tim Mälzer kann man im Justus die Karte zwar ohne Taschenlampe lesen, dennoch ist das Licht spärlich. Die Tische sind mit hellen Holzplatten versehen, wie man sie aus klassischen Häusern kennt, darauf brennen dicke weiße Kerzen. Die Tischgröße ist akzeptabel, die Laufwege großzügig bemessen. Man sitzt auf Stühlen mit Lederpolstern oder auf Sitzbänken aus Leder. Warum nicht alle Stühle über Armlehnen verfügen, ist unverständlich und schränkt den Sitzkomfort etwas ein. Im hinteren Bereich gibt es eine ein paar Stufen erhöhte Fläche mit dunklem Parkett, davor liegt ein Steinboden. Dort kann man in die offene Küche und die Bar-Lounge blicken. Dekorativ sind verschiedene Leuchtkörper eingesetzt. Die Sauberkeit war insgesamt einwandfrei. Die großzügigen Toiletten setzen die dunkle Gestaltung fort: Schwarz dominiert, die Beleuchtung ist sehr gedämpft – wäre sie noch etwas schwächer, würde es sich fast um einen dunklen Raum handeln. Zusammenfassend hinterlässt das Justus Bremen einen positiven Eindruck mit seiner spannenden Alpinen-Italo-Küche, guter Atmosphäre und engagiertem Service, auch wenn es an kleinen Stellen noch Luft nach oben gibt.



