Gaststätte Zur Marktklause
Beschreibung
Das Gaststättengewerbe in Laage blickt auf eine über 200-jährige Tradition zurück und erzählt eine facettenreiche Geschichte aus verschiedenen Epochen. Schon im 19. Jahrhundert florierten im kleinen Brückenort auf der Handelsroute von Rostock nach Neubrandenburg zahlreiche Gaststätten, die nicht nur Getränke und Speisen, sondern auch Übernachtungen und Fuhrwerksdienste anboten. Namen wie „Schenken“, „Krug“, „Lokale“, „Restaurants“ und „Hotels“ spiegeln die Vielfalt der Gastronomie wider, die das Stadtbild prägte. Besonders bekannt waren damals das „Hotel zur Sonne“ unter Friedrich Ludwig Christian von der Hauck sowie die Gastwirtschaft „Zum Deutschen Hause“, die über Jahrzehnte von verschiedenen Familien geführt wurde. Auch die Henningsmühle entwickelte sich mit ihrer Kegelbahn und einem großen Saal zu einem beliebten Ausflugsziel und Ort kultureller Veranstaltungen wie Maskenbällen und Theateraufführungen. Obwohl sie 1929 in Flammen aufging, wurde sie dank freundlicher Witterung schnell wieder aufgebaut und blieb ein gesellschaftlicher Treffpunkt bis in die 1970er Jahre. Die Bahnhofsgaststätte, eröffnet 1886, wurde insbesondere nach dem Zweiten Weltkrieg zum lebhaften Treffpunkt von Landwirten, Arbeitern und Neusiedlern, die hier ihre Erlebnisse austauschten. Anekdoten wie die des Einspänners „Spitzkohl“, der seinen Schimmel in die Wirtschaft führte, zeugen von der humorvollen Atmosphäre vergangener Tage. Eine besondere Rolle spielte die Gaststätte „Zum Einsiedler“ in Pinnow als Geburtsstätte des Laager Fußballs im Jahr 1907. Hier fanden erste Spiele statt, die bald viele Zuschauer anzogen, und noch bis Mitte der 1920er Jahre war der Sportplatz vor dem Lokal ein Magnet für Fußballbegeisterte. Das Hotel „Mecklenburger Hof“ am Markt stand für gehobene Gastlichkeit und war Treffpunkt zahlreicher prominenter Bürger und Vereine der Stadt. Von Architekten über Ärzte bis zu Handwerkern – viele verkehrten hier und prägten das gesellschaftliche Leben. Leider veränderten sich mit Kriegsende die Zeiten, Flüchtlingsversorgung und Besatzung überschatteten die früheren Erfolge, sodass die Familie Elsner das Haus Ende der 1940er Jahre verlassen musste. Das „Haus Sonne“ und der Gasthof „Schröder“ waren ebenfalls bedeutende Häuser am Marktplatz. Während „Schröder“ nach einem Großbrand zum Zentrum vielfältiger Kulturveranstaltungen avancierte, wandelte sich das „Haus Sonne“ im Laufe der Jahre und wurde schließlich 2016 abgerissen. Nach dem Zweiten Weltkrieg und während der DDR-Zeit entstanden neue Treffpunkte wie die HO-Gaststätte „Stadt Mitte“ und „Reinholds Gaststätte“, die besonders bei Sportlern und Handwerkern beliebt waren. Die Gaststätte Koczik wurde mit ihrer Kegelbahn ein integraler Bestandteil der lokalen Gemeinschaft, die bis heute in der „Haltestelle Nr.1“ weiterlebt. Viele Lokale des 19. und 20. Jahrhunderts sind heute verschwunden, doch ihre Geschichten leben in Erinnerungen, Gedichten und Dokumentationen weiter. Sie zeigen, wie eng Gastronomie, Kultur und Gemeinschaft in Laage miteinander verflochten waren und wie sich diese Tradition im Wandel der Zeit immer wieder neu formierte. Heute dient diese umfassende Sammlung von Geschichten und Berichten als wertvoller Beitrag zur Bewahrung des kulturellen Erbes der Stadt Laage und lädt dazu ein, die bewegte Vergangenheit ihrer Gaststätten neu zu entdecken.
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