Wir feiern den »Iss was du willst«-Tag

Vor ein paar Tagen konntest du hier nachlesen, wie man den »Anti-Diät-Tag« feiern kann. International war das schon ein schöner Tag – so viel leckeres Essen und so wenig Gedanken über die Nährstoffe und auch über die Kalorien (... das waren doch die kleinen Monster, die nachts immer meine Hosen enger nähen, oder?!)

Der Tag heute »Iss was du willst«, klingt nun eigentlich sehr ähnlich, wird jedoch eigentlich nur in Amerika groß gefeiert. Da diese beiden Tage doch eine gewisse Ähnlichkeit haben, zeigen wir euch nicht, wie man heute am besten alles essen kann, was man will, sondern wir schauen mal, was es so gibt, was man essen kann.

Okay, zur Erklärung: Ich werde euch eine kleine Auflistung an Küchen geben – nicht abschließend, dazu auch, wo ihr gute Restaurants dazu findet.

Iss was du willst, doch weißt du was du willst?

Um zu entscheiden, was man denn überhaupt möchte, muss man auch erstmal wissen, was es so gibt. Hier eine kleine Übersicht über die bekanntesten Typen an Restaurants:

· Italienisch: Die italienische Küche legt großen Wert auf ein schönes und gutes Abendessen. Hier startet man mit warmen oder kalten Antipasti (z.B. Bruschetta oder Vitello Tonnato). Danach folgen zwei Hauptgänge, von denen einer kohlenhydrat- und der andere proteinreich ist. So hat man im ersten Gang oft die Wahl zwischen Nudeln, Reis oder auch Gnocchi (übrigens spricht man das nicht Gnotschi aus). Der zweite Gang ist dann ein Fleisch- oder Fischgericht. Möchte man Pizza, so isst man diese alleine – als »Piatto unico«.

Zum Nachtisch gibt es dann auch noch eine große Auswahl – ich persönlich liebe ja das Panna Cotta von den L’Osteria Restaurants in Deutschland. Daneben hat man natürlich auch noch das typische Gelato oder auch das Tiramisù oder Zabaglione oder... Und natürlich darf ein Wein zum Hauptgang und der Kaffee beim Dessert nicht fehlen!

· Griechisch: Es ist – denke ich – jedem klar, dass auch die griechische Küche zu den mediterranen Küchen zählt. Man isst hierbei auch zunehmend viel Gemüse, Meeresfrüchte und Oliven, da diese aufgrund der geographischen Lage deutlich verbreitet sind. Meist werden in der griechischen Küche Speisen zubereitet, die im Backofen fertig gemacht oder warmgehalten werden. Zu fast allen Gerichten wird Weißbrot serviert. Die Esskultur ist etwas anders als wir sie kennen.

Die Vorspeisen werden auf großen Tellern serviert, sodass sich jeder wie bei einem Buffet seinen eigenen Vorrat an Vorspeisen auf den Teller legen kann. Bei Fleisch als Hauptgang wird auch dieses in der Mitte des Tisches platziert und jeder nimmt sich davon. Als Vorspeise kennt man natürlich den Tsatsiki, welchen wir eher zum Hauptgericht dazu essen. Daneben gibt es noch eine ganze Reihe Gemüsevorspeisen wir Auberginen, Erbsen, Tomaten oder sogar Fisch. 

Das typische Gyros darf natürlich bei der Hauptspeise nicht fehlen, doch bietet die griechische Küche auch super leckere Aufläufe aus Nudeln oder Kartoffeln. Die typische Nachspeise ist dann der gesüßte griechische Joghurt mit Nüssen und Honig. Man kann aber natürlich auch typische regionale Kuchen oder Baklava verspeisen. Als Getränke bieten sich auch hier Wein, Schnaps und Kaffee an.

· Chinesisch: wobei man hierzulande häufig eher eine Kombination vieler asiatischer Küchen findet. Nur wenige Restaurants bieten tatsächlich eine reine chinesische Küche an. Typisch für die Mahlzeiten ist das Besteck. Man isst hierbei grundsätzlich mit Stäbchen, nur für Suppen sind hier Keramiklöffel da. Neben dem Besteck ist in China selbst auch das Essverhalten ein anderes: So wird mit vollem Mund gesprochen, geschmatzt und geschlürft. Das sollte man hier vielleicht nicht im Restaurant ausprobieren. Was man aber ausprobieren kann, ist das übrig lassen einer kleinen Menge Essen. Das zeigt dem Koch, dass es lecker genug war und nicht zu wenig (ist der Teller leer, könnte der Eindruck entstehen, der Gast war noch hungrig). 

Typischerweise besteht ein chinesisches Festmahl aus vier Vorspeisen, sechs Hauptgängen und einer Suppe. Den Reis bestellt man immer extra. Bei den Suppen ist wohl die Pekingsuppe die bekannteste. 

Vorspeisen sind außerdem Frühlingsrollen, Dim Sum, Wan Tan oder Tintenfischringe. Die bekannten Hauptspeisen reichen vom gebackenen Hühnchen über die gebackene Ente bis hin zu Pekingente. Beim Essen wird neben den Gesprächen auch in großem Maße Alkohol konsumiert. Prost!

· Indisch: Das erste, das einem in den Sinn kommt, ist wohl der Geschmack von indischem Essen. Es werden dort deutlich mehr Gewürze verwendet, als im deutschen Essen. Zudem sind auch die Currys mehr als bekannt – Fun Fact: Curry ist kein eigenes Gewürz, sondern eine Gewürzmischung, die zumeist aus Cumin, Coriander, Kurkuma, Ingwer, Kardamom und Cayenne besteht. Man kann natürlich noch einiges mehr darin finden – je nach geographischer Lage oder Gericht. 

Durch die kulturellen hinduistischen Einflüsse sind viele der indischen Gerichte vegetarisch oder zumindest ohne Rindfleisch, da die Kuh im Hinduismus eine große Bedeutung hat. Als Vorspeise erhält man oft Naan oder Chapati, welches man in verschiedenen Soßen und Dips tauchen kann, um sich so schonmal an die Würze zu gewöhnen. Gemüse wird oft frittiert oder püriert. Reis wird – ähnlich manchen asiatischen Gerichten – oft gebraten als »Biryani« und mit Gemüse serviert. 

Man kann aber ebenso auch Reis mit etwas Karotte bestellen. Dieser Reis passt dann deutlich besser zu den verschiedenen Fleisch- und Fischgerichten. Ein bekanntes Beispiel ist hier das Tandoori Chicken. Als Nachtisch wird häufig Obst gegessen oder Milchspeisen, welche mit Zuckersirup gesüßt werden. Als Getränk werden Fruchtsäfte oder Lassis gereicht.

· Spanisch: Wer schon einmal in Spanien war ist wohl an den bekannten Churros nicht vorbeigekommen. Diese werden normalerweise an Festtagen zum Frühstück mit einer Art Schokopuddingsauce gereicht. Häufig findet man in den spanischen Restaurants außerhalb Spaniens kleine Tapas, welche kleine Häppchen an verschiedenen Gerichten darstellen. 

In Spanien selbst dienen sie eigentlich als Apperitiv, denn in der richtigen spansichen Küche geht es dann bei den Hauptgerichten erst richtig los. Man isst hier sogar etwas später als bei uns, sodass man mehr so am frühen Nachmittag Mittag und in der frühen Nacht zu Abend isst. Man beginnt mit einer Vorspeise, die von Gemüse über Fisch bis hin zu leinen Fleischgerichten reicht. Bekannt ist hier auch der Serrano Schinken – zartschmelzend und würzig – sehr fein, kann ich da nur sagen. 

Bei der Hauptspeise ist zum Großteil Fleisch oder Fisch dabei. Kartoffeln werden hier als Gemüse dazu gereicht. Die Sättigungsbeilage ist hier das Weißbrot, was ebenfalls mit auf dem Tisch steht. Meistens bestellt man nach dem Essen noch einen Nachtisch. Am bekanntesten ist hier wohl die »Crema Catalana«: Eine Quarkcreme mit einer Schicht aus karamellisiertem Zucker.

Doch nun mal etwas abseits der allbekannten Küchen... Was kann man denn noch so finden.


· Türkisch: Wieder bedingt durch die geographische Lage, sind auch hier die Übergänge zur baltischen Küche eher fließend. Die Gerichte sind in der Tendenz eher fettig, wodurch der Geschmack der einzelnen Komponenten super zum Tragen kommt. Man fängt auch hier mit Vorspeisen »Mezen« an. Diese können sowohl warm als auch kalt sein. Hierbei kann man das Pendant zum Tsatsiki genießen: »Cacık« oder aber man genießt Humus, Miesmuscheln, ... 

Zu den Hauptmahlzeiten wird dann – wie in fast jeder südländischeren Küche – Brot gereicht. Am bekanntesten ist hier natürlich das Kebab, welches ähnlich dem Gyros von einem Drehspieß geschnitten wird. Hierbei kann sowohl die Sorte des Fleisches als auch die Würze variieren. Möchte man Fleisch jedoch nicht als Kebab genießen, so kann man auf Fleischbällchen – die Köfte – zurückgreifen. 

Zudem gibt es nocht Brotgerichte: Pide. Hierbei kann man sowohl zwischen Fleisch, als auch vegetarischen Varianten entscheiden. Natürlich hat man auch hier ein paar Reisgerichte, die jedoch weniger bekannt sind! Die bekannteste Nachspeise ist das Baklava, jedoch sieht und isst man auch häufig Lokum, welches eine Art würfelförmiger Häppchen aus Zucker, Honig und Stärke ist. Als Getränk kann man Ayran (Joghurtgetränk) zu sich nehmen.

· Mexikanisch: Ein bisschen weist die mexikanische Küche Ähnlichkeiten zu der spanischen Küche auf. Das ist auch durchaus logisch, da sie eine Synthese von der präkolumbischen, französischen, spanischen und arabischen Küche ist. Das wohl bekannteste aus der mexikanischen Küche ist die Guacamole – ein Avocadodip. Vor dem Essen wird dieser mit einer Auswahl an Brot gereicht und hat die Funktion eines Apperitivs. 

Manchmal werden auch Tortilla Cips statt dem Brot gereicht. Tacos und Enchiladas sind wohl auch einigen ein Begriff. Diese beiden und auch das bekannte Chili con carne sind nur einige der Hauptspeisen aus Mexiko. Aufgrund der Herkunft der Chili aus diesem Land sollte man jedoch aufpassen, da einige Speisen schon sehr stark gewürzt sein können. Als Nachspeise bietet Mexiko eine Vielzahl an Gerichten. Von einfachen Amaranth-Riegeln (die wirklich sehr sehr lecker sind) bis hin zu einer karamellisierten Sauce aus Ziegenmilch kann man alles genießen. Achtung auch hier: Es sind sehr viele Nussgerichte dabei – Allergiker sollten davon also die Finger lassen. 

Ein kleiner Tip: Pan de Queso ist eines der besten Gerichte, die ich je gegessen habe. Das sind kleine Brotbällchen mit Käse!

· Afrikanisch: Durch die Größe Afrikas kann man natürlich keine reine afrikanische Küche ausmachen. Daher beschränke ich mich hier auf die südafrikanische Küche. Durch die Vielzahl an Tieren: Lamm, Rind, Schwein, Kudu, Eland, Warzenschwein, Springbock,... ist die Auswahl riesig. Auch die Lage zum Meer bietet hier eine große Vielfalt an Fisch, sodass eigentlich für jeden Geschmack etwas dabei sein wird. Eine wirkliche Vorspeise gibt es hier nicht, jedoch wird man durch das fettige Essen auch alleine durch die Hauptspeise super satt. Hier kann man bei dem offiziellen Lieblingsessen (dem Braai ; übersetzt »Grillen«) die Boerewors genießen. 

Das ist eine Art Thüringer, jedoch deutlich mehr gewürzt. Neben diesem Nationalgericht gibt es das typische Biltong (Trockenfleisch). Es werden auch aufgrund der kulturellen und auch sozialen Einflüsse vielerorts Eintöpfe zubereitet, bei denen Hähnchen und Rind eine große Rolle spielt. Als Beilage gibt es Kürbis, Kartoffeln oder Pap (Maisbrei). Der bekannte Malva Pudding ist eine der besten Nachspeisen, die es meiner Meinung nach gibt. Zum Essen wird viel Bier getrunken. Da kann Südafrika mit seinen Brauereien auch gut aufbieten.

Welche Küchen kennst du denn noch so? Lass doch gerne einen Kommentar da!

Guten Appetit und totsiens (das war Afrikaans für »Auf Wiedersehen«)