Iss dein Gemüse

Welcher Elternteil kennt das nicht? Zum Mittag gibt es Gemüse und natürlich die Beilage. Doch irgendwie wird dieses Grünzeug – manchmal gerne auch in anderen Farben – eher skeptisch beäugt, statt wirklich wertgeschätzt.


Warum ist das so?

Normalerweise könnte man ja meinen, dass die Kinder in jungen Jahren eigentlich noch alles essen, da sie bisher keinerlei Abneigungen entwickeln konnten oder aufgrund traumatischer Esserfahrungen das eine oder andere Nahrungsmittel verweigern. Doch das ist nur die halbe Wahrheit. Getreu des Sprichwortes »Was der Bauer nicht kennt, das isst er nicht!« agieren auch viele Kinder. Diese Angst oder Abneigung vor neuen und bisher unbekannten Lebensmitteln muss jedoch nicht sein.

Übrigens: Auch Erwachsene essen zum Großteil zu wenig Gemüse, sodass auch alle »Nicht-Eltern« nun gerne herhören können.

Einen Ursprung dieses Vermeidens kann man im Geschmack der Lebensmittel sehen. So schmecken viele Gemüsesorten leicht bitter. Normalerweise bedeutet ein bitterer Geschmack in der Natur eher etwas Giftiges, statt etwas Gesundes. Also könnte man ja fast schon meinen, dass unsere Lust auf Süßes – das seltenst giftig ist – unser Überleben irgendwie sichert… Wären da nicht die ganzen Vitamine in den unzähligen Gemüsesorten…


Abwechslung ist das A und O

Gegen diese sogenannte »Food-Neophobie« kann man tatsächlich etwas tun. Gerade mit Kindern muss man behutsam an diese Sache herangehen.  Neben Loben und Ermutigen ist es dann natürlich auch hilfreich, wenn man feine und zum Teil sicherlich auch ausgefallene Ideen für die Zubereitung von Gemüse anbietet.

Zunächst kann man natürlich die reine Zubereitungsart des Gemüses unterscheiden:

  • Blanchieren:
    Blanchiert man ein Gemüse, so überbrüht man es. Dies dient unter anderem dazu, dass man Tomaten schälen kann, um damit zum Beispiel eine Tomatensuppe zuzubereiten. Oder aber dazu, das Blattgrün verschiedener Gemüsesorten (z.B. Spinat) zu erhalten.

  • Kochen:
    Wird Gemüse gekocht, so passiert dies zumeist im Salzwasser. Hierbei wird es solange gekocht, bis es gar bzw. bissfein ist (die Zubereitungsdauer richtet sich nach der jeweiligen Gemüsesorte und der jeweilig gewünschten Bissfestigkeit). Durch das Salz im Wasser erhält auch das Gemüse schon eine leichte Grundwürze.

  • Dämpfen:
    Gemüse zu dämpfen zählt zu einer sehr schonenden Art, dieses zuzubereiten. Das Gemüse kommt hierbei nicht mit dem Wasser selbst, sondern nur mit dem Wasserdampf in Berührung.

  • Dünsten:
    Wird es mit ein wenig Öl in der Pfanne angebraten, so spricht man vom Dünsten. Bei diesem Vorgang wird das Gemüse solange in der Pfanne zubereitet bis es ebenfalls die gewünschte Bissfestigkeit hat.
  • Gratinieren:
    Mit Käse überbackenes oder mit Butter oder Semmelbrösel angemachtes Gemüse wird als gratiniert bezeichnet. Hierbei ist das Gemüse zuvor meist schon bis zum gewünschten Gargrad vorgegart (siehe oben) und wird dann nur noch im Ofen überbacken.

  • Frittieren:
    Hierbei wird das Gemüse in Frittierfett ausgebacken. Dies kann mit einer Kruste aus Backteig oder aber ohne Kruste geschehen – je nach Geschmackswunsch. Bei hartem Gemüse empfiehlt es sich dieses vorzugaren, da durch die kurze Zeit im Frittierfett der gewünschte Gargrad nicht erreicht werden kann.

  • Grillen:
    Gerade in den Sommermonaten schmeckt das Gemüse auch gegrillt sehr gut, sodass man hier nicht auf Pfanne oder Herd zurückgreifen muss, um es zuzubereiten.

Durch diese unterschiedlichen Arten, Gemüse zuzubereiten, kann man bereits in der Art und Weise der Darbietung des Essens variieren und so Interesse und Lust am Verzehr generieren.

Doch, damit das alles nun nicht so theoretisch bleibt, folgen hier ein paar Ideen: 



Das wohl einfachste und schnellste ist das bunte Ofengemüse. Hier kann rein, was schmeckt. Ob Paprika, Kartoffel, Kürbis, Aubergine, Zucchini oder was das Herz begehrt. 

Etwas Öl, Salz und Pfeffer dazu und fertig ist das Ofengemüse.

Mag man es statt klassisch eher doch ausgefallener, so kann das Wokgemüse eine schöne Alternative zum Ofengemüse darstellen. Hierbei spielen oft Brokkoli und Sprossen eine Rolle.

Für alle Käsefans bietet es sich an, das Gemüse vorgegart in einer Auflaufform mit den unterschiedlichsten Saucen und weiteren Zutaten wie z.B. Fleisch zuzubereiten. Ähnlich wie beim Ofengemüse sind der Fantasie hierbei keine Grenzen gesetzt.



  • Zucchinipizza:

Man kann sich auch kleine Pizzabrötchen nach Herzenslust zubereiten. Hierbei wird nur das Brötchen oder Baguette durch eine halbe Zucchini ersetzt. Man hat quasi die Pizzalust gesünder befriedigt.

  • Kohlrabipommes:

Eine Alternative zu Kartoffel- oder Süßkartoffelpommes bietet Kohlrabi. Auch dieser kann in Streifen geschnitten werden und mit den richtigen Gewürzen einen schönen leckeren Ersatz bieten.


Wusstest du schon?

Trotz der landläufigen Meinung, dass Kartoffeln Sättigungsbeilage sind, so sind sie doch in erster Linie ein Gemüse. Falls also all die Argumente weiter oben noch nicht überzeugen konnten, so kann man wenigstens dieses Gemüse in den unterschiedlichsten Variationen genießen: Ob als Pellkartoffel mit Quark, Bratkartoffeln, Pommes, Wedges oder einer anderen möglichen Zubereitungsart. Die Kartoffel überrascht dabei immer wieder.

Guten Appetit!